Kennen Sie auch diese Ja-aber-Sätze? Ich höre sie des Öfteren, wenn es um den Wunsch geht, eine Fremdsprache zu lernen. Besonders häufig ist folgender: „Ich möchte ja gerne eine neue Sprache lernen, aber ich habe einfach keine Zeit.“

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Diesem Argument möchte ich heute einmal etwas entgegensetzen. Denn keine Zeit zu haben ist heute natürlich ein Killer-Satz. Auf diesen traut man sich kaum noch etwas zu erwidern. Unser Alltag ist vollgestopft, denn Job, Kinder, Haushalt, die Oma und der Hund – all das muss unter einen Hut gebracht werden. Und das kleine bisschen Ruhe am Abend, wenn es das überhaupt gibt, möchte man dann wirklich niemandem streitig machen. Zumal wir ja alle wissen, dass Stress ernsthaft krank machen kann.

Ich selbst kann mich da nicht ausnehmen, auch mein Tag ist voll. Bei vielen Dingen sage auch ich deshalb oft „Ich würde ja gerne, aber ich habe einfach keine Zeit“.
Allerdings ist das Zeit-Argument auch eine Frage der Sichtweise: Man kann dem nämlich entgegen halten, wenn man keine Zeit hat, ist einem irgendetwas anderes wichtiger. Mir ging es zum Beispiel mit Sport lange so. Zeit für stundenlanges Trainieren im Fitnessstudio oder lange Laufeinheiten hatte ich nicht unbedingt. Aber vor allem war ich ein Bewegungsmuffel und hatte nicht wirklich Lust und Motivation – kurzum, Sport zu machen, war mir einfach nicht wichtig genug. Doch irgendwann kam ich an einen Punkt, wo ich Sport machen wollte – Bewegung wurde mir aufgrund meiner Gesundheit sehr wichtig. Und siehe da. Plötzlich fand ich die Zeit dafür. Ich fing an, mit dem Fahrrad statt mit dem Auto ins Büro zu fahren. Die Strecke von der Wohnung bis ins Büro muss ich sowieso zurücklegen. So dauert die Fahrt zwar ca. 40 statt 20 Minuten, aber dafür habe ich regelmäßig Bewegung und komme oft wesentlich entspannter im Büro an, als wenn ich mich durch den Berufsverkehr drängeln muss. Das lässt mich auch ein bisschen effektiver arbeiten, weshalb ich die 20 Minuten fast wieder ausgleiche.

Ähnlich ist es mit dem Sprachenlernen. Wenn es einem wichtig ist, findet man die Zeit dafür. Mit einem gehirngerechten Sprachkurs, wie beispielsweise mit meinen KOSYS-Kursen, genügen schon 3 mal 10 Minuten am Tag, um innerhalb von acht bis zwölf Wochen ein Sprachniveau zu erreichen, mit dem man sich gut unterhalten kann. Das ist täglich eine halbe Stunde, mehr nicht. Wenn man zum Beispiel jeden Tag 20 Minuten mit dem Auto auf die Arbeit und wieder zurück fährt, könnte man diese Zeit nutzen, um Sprachlektionen anzuhören und mitzusprechen. So benötigt man zu Hause nur noch einmal 10 Minuten, um sich beispielsweise die Wort-für-Wort-Übersetzung anzusehen.

Außerdem würde ich ja fast wetten, dass wir täglich auf Facebook, Instagram und Co. meist mehr als 30 Minuten Zeit verbringen. Deshalb mein Tipp: Statt jetzt gleich wieder die Facebook-App zu öffnen, beschäftigen Sie sich doch einmal kurz mit den Sprachlektionen Ihrer Wunschsprache. Übrigens, weitere „Ja-Aber-Sätze in Bezug auf das Lernen einer Fremdsprache entkräfte ich auch in meinem neuen Buch „Sprachen lernen“. Mehr zum Buch finden Sie unter http://buch.josuakohberg.com.

Herzliche Grüße,
Ihr Josua Kohberg

PS: Hier ein kleiner Einblick in die Möglichkeiten, die sich mit meinen Lerntechniken eröffnen. Die drei Teilnehmer sind Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung Coburg, und sie haben neben ihrem sehr vollen Terminkalender innerhalb von nur zweieinhalb Monaten ein Spanisch Training absolviert. Hier Ihre Erfahrungswerte…

(Das Video wurde für einen Artikel auf Focus Online gedreht.)